Der
Gesang von Charis Alexiou
ist nicht so zartseiden, wie
es der Titel der Platte
vielleicht vermuten lässt.
Hinter "psithyri" (Flüstern
im Plural!) verbergen sich
einige der schönsten
griechischen Liebeslieder
der 30er bis 90er Jahre. Die
Texte werden im Booklet auch
auf Englisch präsentiert,
und es lohnt sich, sie
nachzulesen. Besonders Titel
1 und 9 entwerfen expressive
lyrische Bilder, die beim
nicht Griechisch
verstehenden Hörer aus den
schlichten Melodien allein
nicht ankommen würden. Das
Instrumentarium ist bis auf
das Akkordion (Zoi
Tiganouria) in Lied 4
denkbar 'ungriechisch':
entweder Klavier (Charis
Andreadis) oder
Konzertgitarre (Christos
Pertsinidis). Die
Beschränkung auf jeweils ein
Begleitinstrument und der
Verzicht auf
Rhythmusbegleitung sind
wohltuend, denn so lässt
sich die Schönheit der
Stimme von Charis Alexiou
umso mehr geniessen. Der
Schritt über die
'Genregrenzen' in der
Bluesbegleitung von Lied 8
ist eigentlich nur
konsequent, denn er stellt
das Traditionelle der
Gesangslinie erst richtig
heraus. Meine musikalischen
Favoriten sind die Lieder 5
und 1 (in dieser
Reihenfolge). Eine
traumhafte Platte!